Die Aufgaben der Krankenhaushygiene
Das übergeordnete Anliegen von Krankenhaushygiene ist die Erhaltung der Gesundheit der Patienten und der Mitarbeiter in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Der Schwerpunkt liegt auf der Verhütung von Infektionen, die im Krankenhaus neben der eigentlich bestehenden Grunderkrankung als Folge von Diagnostik und Therapie erworben werden können. Hygienische Maßnahmen bedeuten in erster Linie Prophylaxe und nicht erst Therapie.
Hinter jeder Tätigkeit im Krankenhaus steht eine Reihe von hygienewirksamen Maßnahmen, um zur Vermeidung von Infektionen nachhaltig beizutragen. Dabei sind Elemente der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zur Einhaltung einer guten Krankenhaushygiene entscheidend. Schwerpunkt der Strukturqualität ist die ausreichende Besetzung mit Hygienefachpersonal, das von Krankenhaushygienikern, weitergebildeten hygienebeauftragten Ärzten und diplomierten Hygienefachkräften unterstützt wird. Die personelle Situation im Bereich Krankenhaushygiene in Österreich ist derzeit durchwachen: Es stehen aktuell nicht ausreichend Fachärzte zur Besetzung der hauptamtlichen Position des Krankenhaushygienikers zur Verfügung. Dem gegenüber steht die gesetzliche Forderung, dass jede Krankenanstalt über eine eigens für die Belange der Hygiene bereitstehende Person verfügen muss. Bei der Prozessqualität stehen die Händehygiene, die hygienisch sichere Gewährleistung der ärztlichen und pflegerischen Patientenversorgung einschließlich der Aufbereitung von Medizinprodukten, die rationale Antibiotikastrategie durch Antibiotic Stewardship (ABS), die patientennahe Umfelddesinfektion und die Überwachung potenzieller Erregerreservoire im Mittelpunkt. Die Ermittlung der Ergebnisqualität dient dem Feedback der Effektivitätsbeurteilung von Primärprävention und wird durch die Surveillance von Krankenhausinfektionen und von Problemerregern geleistet.
