Gesundheit 2020 – Der Patient im Mittelpunkt
Die Pressekonferenz in der WKO am 25. Juni widmete sich ganz dem Thema „Bestmögliche Qualität im Gesundheitssystem“. Die Speaker Dr. Bernhard Rupp (AK NÖ), Dr. Gerald Bachinger (Pflege- und Patientenanwalt NÖ) und Dr. Martin Gleitsmann (WKÖ) präsentierten umfassende Lösungsansätze um die Qualität des österreichischen Gesundheitssystems zu erhöhen. Dabei wurde neben der Forderung nach mehr Wettbewerb um die Qualität zu sichern oder der Verbesserung der Ausbildung von Pflegepersonal, auch das Thema der nosokomialen Infektionen aufgegriffen. Durch eine evidenzbasierte Personalbedarfsberechnung kann sichergestellt werden, dass nosokomiale Infektionen durch Hektik und Unachtsamkeit vermieden werden. „Ich warne vor einer schleichenden Aushöhlung guter Standards und weise auf die drohenden Risiken nosokomialer Infektionen und der Verschärfung der jetzt schon prekären Arbeitsbedingungen für das Personal in Pflegeeinrichtungen und mobilen Diensten hin“, so Dr. Rupp. Zudem muss der Patient die Möglichkeit haben, sich umfassend und einfach über die Qualitätsstandards der Behandlungsstätte zu informieren. Dr. Bachinger forderte in seinem Beitrag mehr Transparenz: „Bisherige Initiativen wie der Spitalskompass sind hinsichtlich der Qualitätstransparenz nicht ausreichend. Der Patient muss wissen, mit welcher Qualität er wo rechnen kann“. Qualitätsdimensionen, wie etwa Infektionshäufigkeiten, Komplikationen und Wiedereingriffsraten, könnten bereits heute erfasst sein. Hier wurde insbesondere auf Deutschland verwiesen, wo ein bereits sehr transparentes System etabliert wurde und die Qualitätsmessung dazu geführt hat, dass Patienten gut informiert von bester Qualität profitieren.
