WPPA Bericht 2014: Zunahme multiresitenter Keime im intra- und extramuralen Bereic
Posted by Ojan Assadian on Juni 25, 2015
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Krankheitserregern, die gegen Standard-Antibiotika resistent sind, massiv angestiegen. In Österreich fehlen aussagekräftige Erhebungen. Auf Basis deutscher Zahlen kann für Österreich von ca. 55.000 Infektionen pro Jahr ausgegangen werden, die zwischen 240 und 4.800 Todesfälle und jährliche Kosten von mindestens 50 Millionen Euro verursachen. An die WPPA werden von Betroffenen und von im Gesundheitswesen tätigen Personen immer wieder Probleme mit Multiresistenzen herangetragen:
•mangelnde Hygienemaßnahmen bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten (Händedesinfektion etc.)
•Risiken durch die undifferenzierte Antibiotikaverschreibungspraxis im intra- und extramuralen Bereich
•nosokomiale Infektionen in den Spitälern
•Versorgungsdefizite bei der intra- und extra-muralen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Wundheilungsstörungen und/oder multiresistenten Keimen
In der WPPA traf sich im Mai 2014 eine Gruppe von Expertinnen und Experten, um diese Thematik zu besprechen und Maßnahmen aufzuzeigen, um zukünftig eine sinnvolle, nachhaltige und interdisziplinäre Versorgung von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen. Die Politik hat erkannt, dass der Zunahme multiresistenter Keime nur durch eine gemeinsame und strukturierte Vorgangsweise der verschiedenen Gesundheitsdienstleister begegnet werden kann. Wien hat daher in der Zielsteuerungskommission im Dezember 2014 ein Projekt zur „Vermeidung und Reduktion von nosokomialen Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen“ für das Jahresarbeitsprogramm 2015 eingebracht.
