CDC Guideline für die Prävention postoperativer Wundinfektionen

Die mit den Empfehlungen zur Prävention postoperativer Wundinfektionen hatte die CDC im Jahre 1999 einen Meilenstein zur evidenzbasierten Verhütung postoperativer Wundinfektionen gesetzt. Nun liegt aktuell nach 18 Jahren die aktualisierte Fassung vor, welche 14 Kernthemen beinhaltet, welche zur Erhöhung der Sicherheit chirurgischer Patienten beitragen sollen.

Nach einer initialen systematischen Literatursuche und Bewertung von über 5.000 Literaturstellen, die zwischen 1998 und 2014 veröffentlicht wurden, wurden schlussendlich 170 neu hinzu gekommene klinische Studien für die aktualisierten Empfehlungen herangezogen. Dabei wurde die Evidenz in unterschiedlich gewichtete Empfehlungsgrade von „1A“ (ausdrückliche Empfehlung mit hoher bis mittelgradiger Evidenz) bis „keine Empfehlung/ ungelöster Aspekt“ eingeteilt. Von den aktuell in 14 Kernthemen beinhalteten 42 behandelten Empfehlungen wurden 25 Empfehlung der Kategorie „keine Empfehlung/ ungelöster Aspekt“ zugeordnet.

Aktualisierte Kategorie 1A Empfehlungen lauten:

  • Verabreichung einer entsprechenden parenteralen Antibiotikaprophylaxe vor Hautschnitt bei Sectio
  • Keine Verabreichung weiterer weitere prophylaktischer Antibiotikagaben nach Wundverschluss im OP bei sauberen und sauber-kontaminierten Eingriffen.
  • Einhaltung eines perioperativen Blutzuckerspiegels mit Zielwert von 200 mg/dL Glukose für alle Patienten (Patienten mit und ohne Diabetes mellitus).
  • Einhaltung einer perioperativen Normothemie
  • Erhöhte Gabe von FIO2 für alle Patienten mit normaler Lungenfunktion bei endotrachealer Beatmung während des chirurgischen Eingriffes und nach Extubation in der unmittelbaren postoperativen Phase.
  • Durchführung einer intraoperativen Hausantiseptik mit einem alkohol-basierten Hautantiseptikum.

CDC – Guideline Prevention SSI 2017 CDC – Guideline Prevention SSI Supplement

CDC – Guideline Prevention SSI 2017

Sie finden die Originalpublikation einschließlich der weiterführenden Erläuterungen als Anlage dieser Mitgliedernachricht und zusätzlich online unter diesem link: 

Centers for Disease Control and Prevention Guideline for the Prevention of Surgical Site Infection, 2017


ÖGKH Workshop zum Thema „Kritische Analyse antimikrobieller Flächen“

Herr Prof. Dr. med. Ojan Assadian hielt am 30. März anlässlich des 11. Österreichischen Infektionskongresses in Saalfelden einen ÖGKH Workshop zum Thema „Kritische Analyse antimikrobieller Flächen“. Rund 60 begeisterte Teilnehmer nahmen an diesem Workshop teil. Unter dem folgenden Link finden sie die Folien zur Präsentation: Assadian – Antimikrobielle Oberflächen OIK 2017


ÖGKH bei IIR Konferenz „Eindämmung von nosokomialen Infektionen“ 22.03.-23.03.

Im Rahmen der Konferenztagung „Eindämmung von nosokomialen Infektionen“ vom 22.03.2017 bis 23.03.2017, werden die Vorstandsmitglieder der ÖGKH Gerlinde Angerler, BA zum Thema: “ Best Practice: Datentransparenz Pro & Contra“ und Dr. Alexander Blacky über „Hygienesicherung im OP: Welche Anforderungen dringend erfüllt werden müssen!“ einen Vortrag halten.

Informationen rund um die Veranstaltung finden sie unter diesem Link.

Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!


ÖGKH am Symposium Patientensicherheit – 3.11.2016

Am 3.11.2016 fand im Billrothhaus in Wien das Symposium Patientensicherheit statt. Prof. Assadian sprach über das Thema: „Hygienemanagement im Gesundheitswesen – Antibiotikaresistenzen vorbeugen“. Die Folien zur Präsentation können Sie hier ansehen.


ÖGKH Themenservice zu Patientensicherheit und Antimicrobial Stewardship

Das aktuelle Themenservice der ÖGKH bezüglich „Patientensicherheit und Antimicrobial Stewardship“ finden Sie hier.

 


Eunetips Newsletter – October 2016

Die EUNETIPS (European network to promote infection prevention for patient safety) deren Mitglied die ÖGKH ist, hat einen neuen Newsletter herrausgebracht, den Sie hier nachlesen könnten.

 


Stellungnahme der ÖGKH zur Novelle des GuKG

Wir haben das Gesetz hinsichtlich unserer vergangenen Forderungen und der bisherigen Aktivitäten bei der  Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) geprüft. Auch wenn es sich bei der Gesetzesnovelle auf den ersten Blick nicht um einen großen Wurf handelt, so ergeben sich einige Details, die für Hygienefachkräfte in Österreich relevant sind.

Lesen Sie hier die gesammte Stellungnahme zur Novelle des GuKG. Den entsprechenden Gesetzestext im Original können Sie über diesen Link nachlesen.

 


Qualitätstransparenz in Krankenanstalten

Public-Reporting-Tools spielen eine immer größere Rolle im Gesundheitswesen und es ist zu beobachten, dass Qualitätstransparenz in europäischen Ländern stark an Bedeutung gewinnt.
Sie leistet einen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgungsqualität der medizinischen Versorgung. In Österreich besteht weiter Handlungsbedarf.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier.

 


Gesundheitsberuferegister-Gesetz (GBRegG)

Mit dem Gesundheitsberuferegister-Gesetz (GBRegG) wurde eine weitere Forderung der ÖGKH umgesetzt, mit dessen Hilfe es zukünftig möglich sein wird eine detaillierte Übersicht über alle in Österreich tätigen Mitglieder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege mit der Sonderausbildung/ Zusatzausbildung Krankenhaushygiene zu erlangen.

Hierzu werden wir uns mit dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) zusammen schließen und Details zu dem vorgesehenen Register konkretisieren.

 


Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG)

Die ÖGKH war bereits seit 2013 mit den zuständigen Behörden in Kontakt, um insbesondere die Position von Hygienefachkräften innerhalb der Berufsgruppe des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zu vertreten.

Das am 7. Juli 2016 durch den Nationalrat beschlossene Bundesgesetz ermöglicht nun auch die Spezialisierung „Krankenhaushygiene“, die insgesamt 90 ECTS theoretische und praktische Ausbildung umfassen soll. Die ÖGKH wird hierzu aktiv erneut mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der Gesundheit Österreich GmbH in Kontakt treten, um sich für einen bundesweit einheitlichen Ausbildungsstandard mit akademischem Abschluss einzusetzen.

 


Ö1 Morgenjournal mit Präsident Univ.-Prof. Dr. Assadian

Der Präsident der ÖGKH – Univ.-Prof. Dr. Assadian, war am 11.07.2016 zu Gast im Ö1 Morgenjournal und trat erneut für mehr Transparenz im Bereich Krankenhaushygiene ein.

Es sei wichtig die Infektionszahlen zu veröffentlichen und diese transparent zu kommunizieren. Denn dadurch könnte ein Anreiz zu Verbesserungen der Hygienemaßnahmen in den einzelnen Krankenhäusern geschaffen werden. Jährlich komme es in Österreich zu rund 90.000 Spitalsinfektionen von denen ca. 2.400 an den Folgen der Infektion sterben. Ein Artikel dazu wurde auch im Kurier vom 12.07.2016 veröffentlicht.

Ö1 Morgenjournal vom 11.07.2016

 


Kliniksuche.at

Posted by on Jun 23, 2016

Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene begrüßt den neuen Service des Bundesministeriums für Gesundheit, welches unter dem Portal kliniksuche.at erstmals Qualitätsdaten des österreichischen Krankenanstaltenwesens für die Bevölkerung übersichtlich zur Verfügung stellt.

Die Bedeutung der Krankenhaushygiene wird dabei dadurch unterstrichen, dass eines der sechs angeführten Qualitätskriterien für Gesundheitseinrichtungen das Vorhandensein eines Meldesystems für Krankenhausinfektionen ist. Die systematische Erfassung von Krankenhausinfektionen ist neben der Verhütung solcher Ereignisse eine der zentralen Aufgaben der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen und wird fast zur Gänze auf den Schultern von Hygieneteams getragen. Eine rezente Umfrage der ÖGKH zeigte in diesem Zusammenhang jedoch auf, dass fast die Hälfte (47%) der befragten Hygieneteams mit den ihnen derzeit dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht auskommen.

Auch wenn hinter dem Kriterium „Meldesystem für Krankenhausinfektionen“ umfangreiche und detaillierte Daten stehen, die derzeit im Portal kliniksuche.at nicht dargestellt werden, ist damit ein wichtiger erster Schritt in Richtung Qualitätstransparenz gemacht worden.

 


Koalition gegen Keime

Posted by on Feb 18, 2016
Immer häufiger entwickeln Erreger Resistenzen gegen Antibiotika. Die Zahl der Todesopfer droht dramatisch zu steigen, warnt die WHO. Die Pharmabranche steht vor einem Dilemma – und fordert eine globale Allianz. Dies besagt ein aktueller Artikel des Handelsblatts, welchen Sie hier abrufen können.

Die ÖGKH begrüßt die Forderung und Aktivität der Pharmabranche zu besseren Anreizen für Antibiotikaforschung. Ohne gleichzeitiger Stärkung der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen werden jedoch schon schnell nach Einführung neuer Antibiotika wieder erste Resistenzen zu beobachten sein. Für einen sinnvollen und nachhaltigen Einsatz dieser wertvollen Arzneimittelgruppe braucht es daher neben neuer Antibiotika gleichzeitig eine Stärkung der Hygiene in Gesundheitseinrichtungen, damit neue Resistenzen nicht wieder so schnell auftreten können. Daher fordert die ÖGKH:

-Schaffung verbindlicher und bundesweit einheitlicher Hygienestandards
-Stärkung der Rolle des Hygienepersonals
-Organisation und Aufwertung der Sonderausbildung Krankenhaushygiene gem. §70 GuKG
-Aufklärung und Einbeziehung der Patienten in den Präventionsprozess
-Übernahme von Kosten für präventive Infektionsschutzmaßnahmen

 


ÖGKH ist offizielles Mitglied des EUNETIPS

Posted by on Nov 26, 2015

Die ÖGKH wurde erstmals im Zuge eines Newsletters als neues Mitglied des EUNETIPS vorgestellt. Das europäische Netzwerk des EUNETIPS verbindet Experten über nationale Grenzen hinweg und unterstützt beim Erfahrungs- und Wissensaustausch. Durch die internationale Zusammenarbeit können gemeinsame Richtlinien zur Vermeidung von Infektionen erarbeitet werden. 2016 finden in diesem Zusammenhang interessante Veranstaltungen auf europäischer Ebene statt:

Vom 16. – 19. März 2016 findet in Wien am Hotel Savoy der 16. Internationale Kongress der Internationalen Infektionskontrolle (IFIC) statt. Teilnehmer der Konferenz erwartet ein breites Angebot von spannenden Up-to-Date Informationen, interessanten Diskussionen und Expertensitzungen. Mehr Informationen finden Sie hier.

In Berlin wiederum wird im April 2016 der 13. Kongress für Krankenhaushygiene abgehalten. Die Rahmenthemen des 13. Kongresses befassen sich mit dem gesamten Spektrum der Erkenntnisse zu nosokomialen Infektionen, deren Erregern und deren Strategien und umfassen neben Regularien zur Reinigung, Desinfektion und Sterilisation, Umgebungsuntersuchungen, Ausbruchmanagement, Antibiotika-Einsatz und Surveillance den derzeitigen Erkenntnisstand in Deutschland und auch in Europa. Nähere Informationen zum Programm finden Sie hier.

 


ÖGKH führt eine Umfrage zur Arbeitssituation von Hygieneteams in Österreich durch

Posted by on Nov 16, 2015

Auch wenn sich der Tätigkeitsschwerpunkt der Krankenhaushygiene – Verhüten, Erkennen und Bekämpfen von Krankenhausinfektionen – in den letzten 20 Jahren nicht geändert hat, so hat sich die damit verbundene Verantwortung heute deutlich gewandelt. Im Jahre 2002 wurden erstmals Empfehlungen zur Organisation und Struktur der Krankenhaushygiene in Österreich erstellt, welche im bundesministeriellen Leitfaden ProHyg festgehalten wurden. Im November 2014 wurde die Leitlinie unter dem Namen ProHyg 2.0 als „Qualitätsstandard Organisation und Strategie der Krankenhaushygiene“ aktualisiert und soll zukünftig Teil des bundesministeriellen Zielsteuerungsvertrages werden.

Allerdings liegen zurzeit keine Daten und Fakten vor, ob, wie und in welchem Ausmaß die organisatorischen und strukturellen Anforderungen der Krankenhaushygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Österreich umgesetzt sind. Insbesondere fehlt es derzeit an validen Daten über die Arbeitsbedingungen von Mitgliedern der Stabsstelle Krankenhaushygiene, die durch ihren persönlichen Einsatz und ihr Engagement einen wesentlichen Beitrag zu der Umsetzung der Hygiene in ihren Einrichtungen tragen. Das Wissen um solche Daten ist entscheidend, um aktuelle und zukünftige Erfordernisse zu erkennen und zu identifizieren, damit wir uns als Fachgesellschaft zum Wohle besserer Arbeitsbedingungen für alle in Österreich tätigen Hygienefachkräfte und Hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte bei den entsprechenden zuständigen Stellen einsetzen können.

Aus diesem Grund hat die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene eine anonymisierte Umfrage erstellt und bittet alle in Hygieneteams arbeiteten Personen um aktive Teilnahme. Die Umfrage kann unter folgendem Link online ausgefüllt werden: http://www.oegkh.ac.at/umfragehygieneteams/
Im Zuge der Fragebogenerhebung haben Sie außerdem die Möglichkeit 1 Jahr ohne Mitgliedsgebühr Mitglied der ÖGKH zu werden. Als Mitglied der ÖGKH beziehen Sie nicht nur die Zeitung PERISKOP kostenlos sondern auch das E-Paper „Hygiene und Medizin“ zum halben Preis. Nach Ablauf eines Jahres erlischt Ihre Mitgliedschaft automatisch, sofern Sie nicht einen Antrag auf Verlängerung stellen.

Die summarischen Ergebnisse der Umfrage werden auf der Homepage der Gesellschaft www.oegkh.ac.at veröffentlicht werden. Dort finden Sie auch weitere Informationen zu den Aktivitäten der ÖGKH.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 


Multiresistente Krankheitserreger – Herausforderung angenommen!
Hygienefachkraft Christain Pux ist Gewinner des Patient Safety Award

Posted by on Oct 14, 2015

Im Rahmen der Welldone Lounge am 12.10.2015 wurden die Preisträger des Patient Safety Award – einem Preis der von der Plattform Patientensicherheit initiiert und heuer bereits zum zweiten Mal verliehen wurde – vorgestellt. Der Preis wird für innovative Leistungen zur Erhöhung von Patientensicherheit und Qualität in Gesundheitseinrichtungen vergeben. Ziel ist es, hervorragende Projekte der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit für das Thema zu sensibilisieren. Unter den Gewinnern fand sich – neben anderen Preisträgern in den Kategorien Simulation, CIRS und Anerkennung- auch Prim. Dr. Gerald Pichler, MSc und Hygienefachkraft DGKP Christian Pux (Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz). Sie gewannen in der Kategorie Hygiene.

Unter dem Projekttitel „Multiresistente Krankheitserreger – Herausforderung angenommen“ wurden in einer Prävalenzuntersuchung in der Albert Schweitzer Klinik Graz auf Langzeitstationen der Trägerstatus von MRSA ermittelt und die Dekontaminierung mittel antibiotikafreier octenidin-basierter Substanzen getestet. Multiresistente Krankheitserreger gehen oft mit erhöhter Morbidität und Mortalität als auch mit steigenden Kosten für das Gesundheitssystem einher. Ziel des Projektes war die Erhöhung der Patientensicherheit durch flächendeckende Screening und die Verminderung körpereigener MRSA-Infektionen. Zudem sollte dies auch dem Schutz des Pflegepersonals und den Besuchern beitragen. Durch die Optimierung des Hygienemanagements waren ohne weitere Intervention auch nach 3-6 Monaten immer noch 70% der primär positiven Patienten hinsichtlich MRSA keimfrei.

Wir gratulieren den Preisträgern recht herzlich zu diesem wertvollen Beitrag im Bereich der Hygiene und Patientensicherheit!

 


Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) stellt sich vor

Posted by on Sep 10, 2015

Die ÖGKH wurde 2012 als wissenschaftliche Fachgesellschaft gegründet, die sich der Förderung der medizinischen Forschung auf dem Gebiet der Hygiene, der strukturellen Stärkung und Verbesserung von Hygieneteams sowie dem Schutz von Menschen gegenüber nosokomialen Infektionen in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens widmet.

Neben den grundsätzlichen Positionen der ÖGKH ist eines der Ziele, einen transparenten Zugang zu bestehenden epidemiologischen Daten im Zusammenhang mit nosokomialen Infektionen zu realisieren. Dazu hat die ÖGKH gemeinsam mit dem BMG eine übersichtliche Linksammlung aller vorhandenen epidemiologischen Infektionsdaten in Österreich auf ihrer Website veröffentlicht. Neben Resistenz- und Surveillance-Daten liegen aktuell allerdings keine Daten darüber vor, ob, wie und in welchem Ausmaß die organisatorischen und strukturellen Anforderungen der Krankenhaushygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Österreich umgesetzt sind. Insbesondere fehlt es auch an validen Daten über die Arbeitsbedingungen von Hygienefachkräften. Aus diesem Grund wird die ÖGKH Anfang 2016 eine Umfrage starten, die sich speziell an Hygienefachkräfte richtet. Die Ergebnisse der Umfrage wie auch die Aktivitäten der ÖGKH zu diesem Thema werden Sie laufend auf der Homepage nachlesen können.

 


ÖGKH ist offizieller DFP-Fortbildungsanbieter der Österreichischen Ärztekammer

Posted by on August 06, 2015

Die ÖGKH ist als offizieller DFP-Fortbildungsanbieter der Österreichischen Ärztekammer registriert. Damit können wir jetzt für Veranstaltungen, an denen die ÖGKH mitwirkt, gemäß Statuten der Österreichischen Ärztekammer DFP Punkte vergeben. Wir freuen uns, Ihnen dieses Service anbieten zu können.
An alle Mitglieder: Sollten Sie Veranstaltungen planen, bei denen DFP Punkte vergeben werden sollen, bitten wir Sie Sponsoren und potentielle Interessenskonflikte bekannt zu geben. Unsererseits werden die anrechenbaren DFP Punkte anhand eines detaillierten Programmes (mit Zeit- und Inhaltsangabe der Vorträge sowie den Namen der ReferentInnen) errechnet und die Veranstaltung in den DFP Kalender der ÖÄK eingetragen.

 


WPPA Bericht 2014: Zunahme multiresitenter Keime im intra- und extramuralen Bereich

Posted by on Juni 25, 2015

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Krankheitserregern, die gegen Standard-Antibiotika resistent sind, massiv angestiegen. In Österreich fehlen aussagekräftige Erhebungen. Auf Basis deutscher Zahlen kann für Österreich von ca. 55.000 Infektionen pro Jahr ausgegangen werden, die zwischen 240 und 4.800 Todesfälle und jährliche Kosten von mindestens 50 Millionen Euro verursachen. An die WPPA werden von Betroffenen und von im Gesundheitswesen tätigen Personen immer wieder Probleme mit Multiresistenzen herangetragen:

•mangelnde Hygienemaßnahmen bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten (Händedesinfektion etc.)
•Risiken durch die undifferenzierte Antibiotikaverschreibungspraxis im intra- und extramuralen Bereich
•nosokomiale Infektionen in den Spitälern
•Versorgungsdefizite bei der intra- und extra-muralen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Wundheilungsstörungen und/oder multiresistenten Keimen

In der WPPA traf sich im Mai 2014 eine Gruppe von Expertinnen und Experten, um diese Thematik zu besprechen und Maßnahmen aufzuzeigen, um zukünftig eine sinnvolle, nachhaltige und interdisziplinäre Versorgung von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen. Die Politik hat erkannt, dass der Zunahme multiresistenter Keime nur durch eine gemeinsame und strukturierte Vorgangsweise der verschiedenen Gesundheitsdienstleister begegnet werden kann. Wien hat daher in der Zielsteuerungskommission im Dezember 2014 ein Projekt zur „Vermeidung und Reduktion von nosokomialen Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen“ für das Jahresarbeitsprogramm 2015 eingebracht.

 


Gesundheit 2020 – Der Patient im Mittelpunkt

Posted by on Juni 25, 2015

Die Pressekonferenz in der WKO am 25. Juni widmete sich ganz dem Thema „Bestmögliche Qualität im Gesundheitssystem“. Die Speaker Dr. Bernhard Rupp (AK NÖ), Dr. Gerald Bachinger (Pflege- und Patientenanwalt NÖ) und Dr. Martin Gleitsmann (WKÖ) präsentierten umfassende Lösungsansätze um die Qualität des österreichischen Gesundheitssystems zu erhöhen. Dabei wurde neben der Forderung nach mehr Wettbewerb um die Qualität zu sichern oder der Verbesserung der Ausbildung von Pflegepersonal, auch das Thema der nosokomialen Infektionen aufgegriffen. Durch eine evidenzbasierte Personalbedarfsberechnung kann sichergestellt werden, dass nosokomiale Infektionen durch Hektik und Unachtsamkeit vermieden werden. „Ich warne vor einer schleichenden Aushöhlung guter Standards und weise auf die drohenden Risiken nosokomialer Infektionen und der Verschärfung der jetzt schon prekären Arbeitsbedingungen für das Personal in Pflegeeinrichtungen und mobilen Diensten hin“, so Dr. Rupp. Zudem muss der Patient die Möglichkeit haben, sich umfassend und einfach über die Qualitätsstandards der Behandlungsstätte zu informieren. Dr. Bachinger forderte in seinem Beitrag mehr Transparenz: „Bisherige Initiativen wie der Spitalskompass sind hinsichtlich der Qualitätstransparenz nicht ausreichend. Der Patient muss wissen, mit welcher Qualität er wo rechnen kann“. Qualitätsdimensionen, wie etwa Infektionshäufigkeiten, Komplikationen und Wiedereingriffsraten, könnten bereits heute erfasst sein. Hier wurde insbesondere auf Deutschland verwiesen, wo ein bereits sehr transparentes System etabliert wurde und die Qualitätsmessung dazu geführt hat, dass Patienten gut informiert von bester Qualität profitieren.

 


Selektion und Transmission von multiresistenten Bakterien kann durch Krankenhaushygiene verhindert werden

Posted by on April 29, 2015

Die Notwendigkeit zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen hat durch die Problematik der bakteriellen Resistenz gegenüber Antibiotika in den vergangenen Jahren ein deutlich höheres Gewicht erhalten. Die gut dokumentierte Zunahme der Resistenzraten verschiedener Bakterien sowie das Auftreten neuer Resistenzen hat neben der berechtigten Sorge gegenüber der eingeschränkt zur Verfügung stehenden Therapieoptionen auch den unbeabsichtigten, aber erwünschten Effekt, dass sich die medizinische Forschung wieder vermehrt und gezielt mit der Optimierung von Präventionsmethoden beschäftigt.

Sowohl die Selektion von resistenten Bakterien durch Antibiotikagabe als auch die Übertragung zu anderen Patienten können zu einem Großteil durch einfache aber wirksame Hygienemaßnahmen verhindert werden. Das Konzept der Hygiene verfolgt dabei das Prinzip der Primärprävention. Anstelle bestehende Infektionen zu behandeln, sollen durch geeignete Maßnahmen Infektionen gar nicht erst entstehen. Durch jede verhinderte Infektion sinkt damit die Notwendigkeit der Antibiotika-Gabe, und damit der Selektionsdruck auf Bakterien.
Schwerpunkte der Hygiene sind dabei die Einhaltung der Händehygiene, die korrekt durchgeführte Desinfektion von patientennahen Flächen und Instrumenten sowie die Einhaltung des Prinzips der Nicht-Kontamination bei medizinischen Handlungen am Patienten. Wesentlich ist allerdings, dass Hygienemaßnahmen flächendeckend und konsequent eingesetzt werden. Dabei besteht zusätzlicher Forschungsbedarf, wie zukünftig Patienten selbst in die Umsetzung von präventiven Hygienemaßnahmen während eines Krankenhausaufenthaltes oder bei häuslicher Entlassung eingebunden werden können.
Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) setzt sich für die Förderung der medizinischen Forschung auf dem Gebiet der Hygiene sowie dem Schutz von Menschen gegenüber nosokomialen Infektionen in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens ein.

 


Das Deutsche Bundesministerium für Gesundheit legt 10-Punkte-Plan zur Vermeidung von behandlungsassozierten Infektionen vor

Posted by on March 14, 2015

Im Kampf gegen multiresistente Erreger hat Bundesgesundheitsminister Her¬mann Gröhe (CDU) am 23. März 2015 einen 10-Punkte-Plan vorgelegt. Die neuen Meldepflichten sollen noch vor der Sommerpause im Bundesrat abgestimmt werden, so Gröhe. Jeder nachgewiesene Erreger müsse künftig gemeldet werden. In Deutschland sterben pro Jahr zwischen 10 000 und 15 000 Menschen in den Kliniken, weil sie sich dort mit multiresistenten Keimen infiziert haben. „Das darf in unserem Land nicht sein”, fügte Gröhe hinzu. Das Problem müsse auf allen Ebenen der Kliniken angegangen werden.

Die ÖGKH unterstützt und befürwortet die Initiative des Deutschen Bundesministeriums für Gesundheit. Wie in Deutschland kommt es auch in Österreich jedes Jahr zu Infektionen, die direkt oder indirekt im Zusammenhang mit Behandlungen in Einrichtungen des Gesundheitswesens entstehen. Genaue Zahlen der Betroffenen in Österreich können nicht genannt werden, da Krankenhausinfektionen nicht unter die Meldepflicht fallen. Die ÖGKH setzt sich deshalb unter anderem aktiv dafür ein verbindliche und bundesweit einheitliche Hygienestandards sowie eine Meldepflicht für nosokomiale Infektionen zu schaffen. Zudem gilt es die Ausbildung und die Rolle der Hygienefachkräfte weiterhin auszubauen und zu stärken.

 


Nosokomiale Infektionen erfassen und Ergebnisse kommunizieren

Posted by on Januar 15, 2015

Patienten sollen wissen können, was sie bei einem Krankenhausaufenthalt erwartet. Darum fordert die ÖGKH, den Patientenschutz nicht dem Zufall zu überlassen und befürwortet deshalb die Einführung bundesweit verbindlicher Hygienequalitätsstandards, die es den Gesundheitseinrichtungen ermöglichen, sich selbst einzuordnen und Ihre Qualitätsergebnisse Patienten transparent mitzuteilen. Bislang werden nosokomiale Infektionen in Österreich nicht zentral erfasst. Es liegen lediglich Schätzungen auf Basis von europäischen Studien vor. Dies gilt es zu ändern um Patienten und Krankenhauspersonal wirksam und nachhaltig zu schützen, sowie bestehende Standards zu verbessern.

Das übergreifende Ziel der ÖGKH ist es, ein nationales transparentes System zu fördern, in dem die Daten nosokomialer Infektionen erfasst, bewertet und für die Öffentlichkeit mit verständlicher fachlicher Interpretation zugänglich gemacht werden. Ein transparentes System würde Patienten nicht nur die Wahl der Behandlungsstätte erleichtern. Vielmehr geht es auch, darum Krankenhäuser auf etwaige Problemfelder aufmerksam zu machen und somit eine kontinuierlich verbesserte Ergebnisqualität zu erzielen.


Qualitätsorientierung durch Einhaltung bestehender Regelungen

Posted by on Mai 29, 2014

Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) wurde als wissenschaftliche Fachgesellschaft gegründet, die gemeinnützig der Förderung der Krankenhaushygiene sowie dem Schutz des Patienten gegenüber nosokomialen Infektionen in Einrichtungen des Gesundheitswesens dient. Bisher gibt es zwar Empfehlungen zur Krankenhaushygiene, diese sind aber nicht verbindlich. Laut ÖGKH wäre die wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Qualitätsorientierung der Krankenhaushygiene in Österreich bereits bestehende Richtlinien und Empfehlungen konsequent umzusetzen. So existiert bereits z.B. seit 2005 im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) der „Hygieneplan MRSA“ (seit Oktober 2012: “Hygieneplan MRE”) mit dem Ziel einer sinkenden MRSA-Rate. Darin wird unter anderem festgehalten, dass bei allen Patienten mit sechs bestimmten Risikofaktoren bei der Aufnahme in ein Krankenhaus eine mikrobiologische Untersuchung auf das Vorliegen von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) durchgeführt werden soll. Der Hygieneplan-MRSA hält dabei ausdrücklich fest, dass nur durch großflächige, konzertierte Maßnahmen in mehreren Krankenanstalten, zu denen ein Screening der neu aufgenommenen Patienten zählt, eine Senkung der MRSA-Rate zu erreichen ist.


Katheterassoziierte Infektionen bergen Gefahr

Posted by on Mai 29, 2014

Krankenhausinfektionen machen einen Großteil aller im Krankenhaus auftretenden Komplikationen aus und haben daher einen signifikanten Einfluss auf die Qualität der medizinischen und krankenpflegerischen Versorgung der Patienten. Entsprechend müssen sie als ein ernstzunehmendes Problem eines jeden Krankenhauses erkannt werden.

Die mit Abstand häufigsten Krankenhausinfektionen sind an die Verwendung von Kathetern gekoppelt. In diesen Bereichen ist die Gefahr einer Infektion besonders groß: Zunehmende Bedeutung erlangen „Device-associated Infections“, Infektionen also, die ursächlich mit dem Einsatz von Kanülen, Drainagen oder Katheter vergesellschaftet sind. Am häufigsten sind katheterassoziierte Harnwegsinfektionen (etwa ein Drittel), postoperative Wundinfektionen (etwa ein Viertel), beatmungsassoziierte Lungen­entzündungen (ca. ein Fünftel) und “Blutvergiftungen” (fünf bis acht Prozent der Fälle). Andere Erkrankungen entfallen auf seltenere Infektionen.


Die Aufgaben der Krankenhaushygiene

Posted by on Mai 29, 2014

Das übergeordnete Anliegen von Krankenhaushygiene ist die Erhaltung der Gesundheit der Patienten und der Mitarbeiter in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Der Schwerpunkt liegt auf der Verhütung von Infektionen, die im Krankenhaus neben der eigentlich bestehenden Grunderkrankung als Folge von Diagnostik und Therapie erworben werden können. Hygienische Maß­nahmen bedeuten in erster Linie Prophylaxe und nicht erst Therapie.

Hinter jeder Tätigkeit im Krankenhaus steht eine Reihe von hygienewirksamen Maßnahmen, um zur Vermeidung von Infektionen nachhaltig beizutragen. Dabei sind Elemente der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zur Einhaltung einer guten Krankenhaushygiene entscheidend. Schwerpunkt der Strukturqualität ist die ausreichende Besetzung mit Hygienefachpersonal, das von Krankenhaushygienikern, weitergebildeten hygienebeauftragten Ärzten und diplomierten Hygienefachkräften unterstützt wird. Die personelle Situation im Bereich Krankenhaushygiene in Österreich ist derzeit durchwachen: Es stehen aktuell nicht ausreichend Fachärzte zur Besetzung der hauptamtlichen Position des Krankenhaushygienikers zur Verfügung. Dem gegenüber steht die gesetzliche Forderung, dass jede Krankenanstalt über eine eigens für die Belange der Hygiene bereitstehende Person verfügen muss. Bei der Prozessqualität stehen die Händehygiene, die hygienisch sichere Gewährleistung der ärztlichen und pflegerischen Patientenversorgung einschließlich der Aufbereitung von Medizinprodukten, die rationale Antibiotikastrategie durch Antibiotic Stewardship (ABS), die patientennahe Umfelddesinfektion und die Überwachung potenzieller Erregerreservoire im Mittelpunkt. Die Ermittlung der Ergebnisqualität dient dem Feedback der Effektivitätsbeurteilung von Primärprävention und wird durch die Surveillance von Krankenhausinfektionen und von Problemerregern geleistet.


Sauber allein reicht nicht

Posted by on Mai 29, 2014 in

Das Bundesministerium für Gesundheit arbeite derzeit an einem nationalen Aktionsplan gegen Antibiotika-Resistenzen. Ein Punkt beschäftigt sich mit dem Thema Krankenhaushygiene. Dabei soll eines der Ziele die Schaffung für mehr Bewusstsein im Umgang mit multiresistenten Keimen sein.

Patienten kommen ins Krankenhaus, um gesund zu werden. Darüber, dass ein Patient im Zuge seines Krankenhausaufenthaltes allerdings auch eine nosokomiale Infektion erwerben kann, wird wenig gesprochen. Eine nosokomiale Infektion oder Krankenhausinfektion ist eine Infektion, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung geschehen ist. Diese bedingt, dass der Patient ohne die Infektion ins Krankenhaus gekommen ist.

Aufgrund von europäischen Prävalenzstudien kann man davon ausgehen, dass auch bei hoher medizinischer Qualität je nach Fachrichtung und Art der Behandlung rund 5 bis 10% nosokomiale Infektionen auftreten, und dass vermutlich 3 bis 5% dieser Patienten direkt an der Folge solcher Infektionen versterben. Zieht man von den im Jahre 2011 2.682.948 stationär entlassenen Patienten die 506.717 Patienten ab, die lediglich weniger als einen Tag in Österreichischen Krankenhäusern stationär aufgenommen waren (Quelle: Statistik Austria, Spitalsentlassungsstatistik 11/2012) und legt bekannte europäische Prävalenzdaten zugrunde, so infizierten sich 2011 bei einer untersten Annahme von 4% etwa 87.000 Patienten während ihres Spitalsaufenthaltes und ca. 4.500 Patienten verstarben an den direkten Folgen solcher Infektionen.